Robert Weil (Zeige mir alle Weine von diesem Weingut)

Das Weingut Robert Weil setzt seit Jahren Maßstäbe im Rheingau. Nichts hat mehr für den Weltruf des Rheingaus getan als die schier unzähligen Auszeichnungen, die das Weingut in den letzten Jahren weltweit für den Rheingau einheimsen konnte. Die aktuelle Kollektion beweist mal wieder warum: Die Weine präsentieren sich als klassische Rheingauer Rieslinge auf allerhöchstem Niveau. Beeindruckend die präzise Mineralität der Kabinetts, druckvoll die Lagenweine. Das Erste Gewächs sticht heraus - es ist ein Monument von burgundischem Charakter. Die edelsüßen Spezialitäten des Hauses sind weltweit unter den allerbesten zu finden – wenn sie nicht gar das Maß aller Dinge sind. Man kommt im Rheingau nicht umher, die Weine des Weinguts Robert Weil probiert zu haben. Werden Sie Rheingau Experte – probieren Sie Robert Weil!
Höchstbewertung 5 Trauben („weltbeste Erzeuger“) -- Gault Millau
„Dem sympathischen Gutsdirektor ist es gelungen, dieses Weingut sowohl im Inland wie auch in den wichtigen Exportmärkten zu einem strahlenden Symbol deutscher Riesling-Kultur zu entwickeln.“ -- Gault Millau
„Eine grandiose edelsüße Kollektion, die ein geradezu gigantisches Potential ausspielt.“ -- Höchstwertung 5* Eichelmann
Preis Niveau
€ € € € €
Eichelmann
5 / 5
Gault Millau
5 / 5
Wein Gourmet
5 / 5
Wein Plus
4 / 5

Video der Weingutspräsentation

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Über Robert Weil

Ort Kiedrich
Gründungsjahr 1875
Geschäftsführer Wilhelm Weil
Flächengröße 73 Hektar
Tradition Seit vier Generationen werden auf Weingut Robert Weil Reben angebaut. Bei der Gründung des Weingutes in Kiedrich im Jahre 1875 waren eine Reihe von Zufällen hilfreich. Der Gründer des Weingutes, Dr. Robert Weil, Professor für Deutsch an der Sorbonne in Paris, musste im Vorfeld des Deutsch-Französischen Krieges von 1870/71 Frankreich verlassen. Er ließ sich zunächst in Rheingauer Nähe, in Wiesbaden, nieder und arbeitete als Journalist. Sicher war diese Entscheidung auch dadurch bestimmt, dass sein Bruder, August Weil, zu dieser Zeit an der Pfarrkirche zu Kiedrich als Chorregent und Pfarrer tätig war. Da die Familie in Kiedrich auch schon Weinbergsbesitz hatte, nutzte Dr. Robert Weil im Jahre 1875 die Chance, endgültig in Kiedrich ansässig zu werden, indem er das Wohnhaus des verstorbenen englischen Baronets Sir John Sutton erwarb. Aus einer sehr begüterten, altadligen Familie aus der Grafschaft Lincolnshire stammend, war Sutton 1857 nach Kiedrich gekommen. Als Wohltäter wirkte er in den folgenden Jahren mit erheblichen Geldmitteln für die Restaurierung der gotischen Kirche Kiedrichs und ihrer vermutlich ältesten, spielbaren deutschen Orgel. Ebenso bewahrte er durch eine Stiftung für Kiedrich die einzigartige Form des liturgischen Gesanges in Form der deutschen Gregorianik, wie sie noch heute dort gepflegt wird. Mit dem Entschluss Dr. Robert Weils, sich in Kiedrich niederzulassen, ging die Entscheidung einher, seinen kleinen Weinbergsbesitz auszudehnen, um ein Weingut zu gründen. So erwarb er vom späteren Chefkoch des Berliner Hotels Adlon, Nilkens, dessen Kiedricher Weingut, kaufte beste Weinberge aus dem Besitz des Grafen von Fürstenberg und das renommierte Weingut Buschmann. Mit Visionen und unternehmerischem Wagemut war damit der Beginn für Weingut Robert Weil gesetzt. ... und Moderne »Das Rheingau«, als eine einzigartige und geschlossene Kultur- und Weinlandschaft am Rhein, hat eine lange Tradition des Weinanbaues, begründet von seinen Klöstern und großen adligen Weingütern. Die Rieslingrebe, mit ihren hohen Ansprüchen an klimatische und geologische Bedingungen, ist untrennbar mit dem Rheingau und seinem Weinbau verbunden. Weingut Robert Weil, eines der jüngeren Weingüter des Rheingaues, liegt inmitten der Gemeinde Kiedrich. Das Ortsbild dieses 950 erstmals urkundlich erwähnten Ortes ist vor allem durch die gotische Pfarrkirche St. Valentinus mit einzigartigen Kunstwerken in ihrem Innern, durch Adelswohnsitze aus Gotik, Renaissance und Barock sowie dem Turm der ehemaligen kurmainzischen Burg Scharfenstein geprägt. Das Weingut bewirtschaftet heute 73 Hektar Weinberge, die in Präferenz mit der Rebsorte Riesling (98%) und mit einem kleinen Anteil Pinot Noir (2%) bepflanzt sind. Weingut Robert Weil wird heute in der vierten Generation durch Wilhelm Weil, dem Urenkel des Gründers, Dr. Robert Weil, geleitet. Konsequent wird wie seit den Tagen der Gründung des Weingutes der Weg absoluter Qualitätsansprüche an Weinberg und Keller fortgesetzt. Mit seinen Gebäuden, dem historischen Gutshaus, der neuen Kellerei und Vinothek, und seiner umgebenden Gartenlandschaft, steht Weingut Robert Weil schon im Äußeren für eine Symbiose aus bewahrter Tradition und neu aufgenommenen modernen Elementen. Die gleiche Verknüpfung ist der oberste Maßstab, den Weingut Robert Weil an seine Philosophie der Weinbereitung stellt. Die Weinberge Seit 1875, dem Jahr der Gründung des Weingutes, gelten der »Kiedricher Gräfenberg« und »Kiedricher Turmberg« (2005 wieder als Einzellage und Monopolbesitz des Weingutes Robert Weil in die Weinbergsrolle eingesetzt) als die beiden Spitzenlagen des Weingutes. Östlich von Kiedrich auf einem südwestlich ausgerichteten Höhenzug und an einem steilen Bergsporn (mit bis zu 60%iger Hangneigung) als Ausläufer des Taunusgebirges gelegen, zeigt das Profil dieser beiden Rheingauer Spitzenlagen mittel- bis tiefgründige, steinig-grusige Böden aus Phylliten mit teilweisen Lößlehmbeimengungen. Ein ideales Mikroklima, die Steigung und die Exposition der beiden Lagen mit ihren kargen, gesteinsreichen Böden ermöglichen der Riesling-Traube lange Hängezeiten und damit Weine, die von hoher Mineralität und Komplexität bei gleichzeitiger Finesse und Eleganz geprägt sind. Hohes Ansehen genoss der »Berg der Grafen« als alleiniger Weinberg für die adligen Geschlechter, die in Kiedrich angesiedelt waren, seit seiner ersten Erwähnung im 12. Jahrhundert. Schon 1765 und auch 1865 ordnet die frühe Weinliteratur den »Gräfenberg« in den Rangfolgen der Rheingauer Lagen in die erste Reihe der großen Gewächse ein. Ein Gräfenberg-Riesling aus dem Jahre 1893 machte das Weingut Robert Weil über die Grenzen hinaus bekannt. Die Auslese aus dem »Kiedricher Berg« wurde damals an viele Kaiser- und Königshäuser Europas geliefert. So kaufte im Jahre 1900 das Wiener Hofwirtschaftsamt 800 Flaschen dieses Weines für einen Flaschenpreis von 16 Goldmark. Dies war ein für die damaligen Kaufkraftverhältnisse berauschender Preis. Riesling-Weine vom Rhein waren zu dieser Zeit die teuersten Gewächse der Weinwelt. Es waren die Jahre höchster weltweiter Reputation des Rieslings, der zu unserer Zeit eine Renaissance dieses
Images erlebt. In der Schatzkammer, in der die Spitzenweine des Weingutes lagern, reihen sich die großen Jahrgänge zurück bis zu jener legendären Auslese aus dem Jahre 1893. ...Turmberg und Gräfenberg Qualität und unverwechselbare Identität eines Weines haben ihren Ursprung im Weinberg. Neben dem Renommee einer Lage, das sich zum einen historisch und zum anderen aus klimatischen und geologischen Gegebenheiten begründet, ist hierfür vor allem eine streng qualitätsorientierte Bearbeitung der Weinberge entscheidend. Die Weinberge von Weingut Robert Weil gruppieren sich rund um die Spitzenlagen »Kiedricher Gräfenberg« und »Kiedricher Turmberg« und gehören zu den besten Lagen des Rheingaues. Sie werden nach den Maßgaben eines umweltschonenden Weinanbaues bearbeitet. Dazu gehören eine rein organische Düngung je nach Bedarf des Weinbergbodens, Begrünung in jeder zweiten Zeile mit dem Ziel einer optimalen Humusversorgung des Bodens, der Verzicht auf Herbizide und ein nur absolut notwendiger Einsatz von Mitteln für einen nützlingsschonenden Pflanzenschutz. Anschnittsbegrenzung in den ertragsmindernd geführten Weinbergen, das Ausdünnen nach der Blüte, Traubenteilen, zeitgerechtes Entblättern der Traubenzone und Negativ-Selektionen gehören zur unbedingten Qualitätsphilosophie des Weingutes. Niedrigste Mengenerträge und höchste Anforderungen an das Mostgewicht der einzelnen Prädikate sind selbstgesetzte Ziele. Deshalb beginnt die Ernte selten vor Oktober und dauert mindestens acht bis zehn Wochen an. In dieser Zeit intensivster selektiver Handlese mit bis zu siebzehn Durchgängen in den Weinbergen ist es das Ziel, aus bestem Lesegut alle Prädikate des Rieslings bis zur Trockenbeerenauslese zu ernten: ein Ziel, das seit dem Jahrgang 1989 in einer ununterbrochenen Reihenfolge der Jahrgänge erreicht wurde. Der Keller Die gleich hohen Ansprüche wie für den Weinberg gelten ebenso für die Vinifikation und den Ausbau der Weine auf Weingut Robert Weil: modernstes technisches Know-how ist mit bewährten traditionellen Verfahren der Weinbereitung verknüpft. Es gilt, die Qualität des Lesegutes aus dem Weinberg zu erhalten und optimal auf die Flasche zu bringen. Die Schonung des Lesegutes bestimmt den Transport der Trauben zum Weingut sowie dessen Annahme und Kelterung. Mit dem Vorklären der Moste durch natürliche Sedimentation beginnt der schonende Ausbau der Weine. Unter strikter Überwachung vollzieht sich die Vergärung temperaturkontrolliert während einer Zeit von sechs bis zu zwölf Wochen. Weine, deren natürliche Restsüße erhalten werden soll, werden mittels stärkerer Kühlung in ihrer Gärung unterbrochen. Dadurch sind diese Weine durch eine von der Fructose geprägten feinen Restsüße bestimmt. Der weitere Ausbau vollzieht sich in Edelstahltanks, die in unterschiedlichen Größen für jede Selektionspartie zur Verfügung stehen, und in traditionellen Stückfässern (1200 Liter). Hierbei wird ein möglichst langer Kontakt mit der Feinhefe (auch Bâtonnage) genutzt. Einer langen Zeit der Gärung und des Ausbaues steht dann nach der Filtration eine rasche, aber schonende Abfüllung der Weine gegenüber. Ziel ist es, die herrliche Primärfrucht und die weineigene Kohlensäure aus der Gärung in vollem Umfang auf die Flasche zu bringen. Die Bereitung der Spätburgunder-Weine erfolgt über eine offene Maischegärung, den biologischen Säureabbau und über das Lager im Barriquefass mit unterschiedlichen Belegungen. Alle aufgezählten Aspekte der Weinbereitung sind Garant, dass sich die aus dem Weinberg fortgeführte Qualität später im Weinglas spiegelt und wiederfindet.

Interview mit Wilhelm Weil

Interview mit Wilhelm Weil - „Qualität kommt von Quälen“

Herr Weil, das Weingut Robert Weil kennt mittlerweile fast jeder. Aber die Person dahinter wahrscheinlich noch nicht. Könnten Sie sich kurz vorstellen?

Ich bin 46 Jahre, verheiratet und hier im Weingut aufgewachsen. Daher bin ich auch sehr im Weingut und im Rheingau verwurzelt. Ich hatte schon immer den Wunsch, Winzer zu werden – das war schon als Kind der Traumberuf gewesen. Ich habe neben einer soliden Winzerausbildung dann in Geisenheim Oenologie und im Nebenfach auch Betriebswirtschaft studiert, habe einige Praktika machen können und mir natürlich die Weinwelt angeschaut - Somit konnte ich mir ein relativ breites Bild machen über die nationale und auch internationale Weinwirtschaft. Als Junge hatte ich immer auch am Architektenberuf viel Spaß, Bauwerke haben mich schon immer gereizt: Gestalten, planen, das hat mich interessiert. Aber es war nie ein konkreter Berufswunsch meinerseits, weil für mich immer feststand, dass ich Winzer werden wollte.

Ihnen wird nachgesagt, ein sehr feines Geschmacksorgan zu haben. Geschichten von anderen Winzern zufolge erkennen Sie aus 100 Weinen fast immer den richtigen. Wie machen Sie das?

(lacht) Das Entscheidende beim Weinverkosten ist, dass man immer nach dem Ausschlussprinzip arbeitet. Wichtig ist nicht, dass man etwas blind herausschmecken oder erkennen kann, sondern wichtig ist, dass man es immer begründen kann. Das heißt, dass man logisch darstellt, was man denkt zu schmecken und das sauber mit Sachargumenten untermauert. Dass da manchmal auch der eine oder andere Zufallstreffer dabei sein kann, was Jahrgang angeht oder sogar unter Umständen ein ganz spezifischer Wein, das kann sein, hat aber dann auch nicht unbedingt nur mit dem Verkosten zu tun, sondern auch mit dem Erinnerungsgrad. Denn wenn man ganz konkret einen Wein herausschmecken will, muss man den Wein irgendwann verkostet haben, und zwar sehr intensiv, damit man sich auch konkret daran erinnert.

Für was steht das Weingut Robert Weil?

Das Weingut steht für Tradition und es steht für die Verbindung von Tradition und von Moderne - gerade für die Verknüpfung dieser beiden Komponenten. Und es steht natürlich für den Rheingau. Der Rheingau ist unsere Heimat und wir wollen den Rheingau wieder zu einer der ganz großen Regionen der Welt machen. Rheingau ist historisch gesehen einer der vier großen Regionen dieser Welt - es war immer Burgund weiß, Burgund rot, es war Bordeaux und es war Rheingauer Riesling. Genau da wollen wir wieder hin und unser Ziel ist dann die Region Rheingau mit ihrem Weinanbau erfolgreich in die nächste Generation zu übergeben.

Wie würden Sie die Philosophie des Weinguts beschreiben?

Wir haben eine absolute Fokussierung auf den Riesling - Weingut Robert Weil ist Riesling, Weingut Robert Weil ist Berglage, Höhenlage, d.h. skelettreicher Boden, d.h. mineralisch-finessenreiche Weine, d.h. Wein aus dem nördlichen Terroir. Und mit den heutigen Möglichkeiten, die uns durch die globale Erwärmung geschenkt worden sind, hat uns das großartige Weine gebracht in den letzten 20 Jahre und macht immer noch weitere Qualitätsoptimierung möglich. Außerdem ist Robert Weil natürlich nicht nur edelsüß, sondern steht seit den letzten 10 Jahren auch für ganz große trockene Weine.

Was war der größte Erfolg des Weinguts in den letzten 5 Jahren?

Ich freue mich am meisten über die Konstanz der Wertschätzung für unsere Weine. Damit verbunden ist natürlich eine große Herausforderung, die mit viel Mühen und mit Quälen einhergeht - Qualität kommt von Quälen, sich immer wieder aufzuraffen, Bestes zu leisten, sich nicht selbstzufrieden zurückzulehnen, sondern immer wieder die Erfolge als Energie zu nutzen, um noch ein bisschen besser zu werden. Ich denke, das ist die Grundmaxime hier im Haus, deshalb wollte ich mich eigentlich nicht auf einen Erfolg festlegen lassen, sondern meine größte Befriedigung liegt in der Konstanz der Ergebnisse, die wir durch eine kompromisslose Qualitätsausrichtung hier im Weingut mit dem gesamten Team erreichen können.

Ein perfekter Wein für Sie ist...

Ein perfekter Wein für mich ist ein authentischer Wein. Ein Wein, der ein eigenes Gesicht, ein eigenes Profil, eine eigene Identität hat. Ein Wein, der nicht einem Publikumsgeschmack hinterherläuft, sondern ein Wein, der diesem Standort in diesem Weinberg genau entspricht oder der den Weinberg in seinen Facetten am besten darstellt.

Was ist ihr aktueller Lieblingswein?

Ich habe einen Wein, der wird auch immer mein Lieblingswein bleiben: Das ist eine 1971 Gräfenberg Spätlese, dass ist der Wein, mit dem ich endgültig zu diesem Beruf gekommen bin. Im Sommer 1973 als 10-jähriger habe ich mich in diesen Wein verliebt – ich habe den dann auch immer wieder verkostet über einen ganzen Sommer hinweg, ohne dass meine Eltern dies wussten. Ein Weingut hat natürlich Probekühlschränke, wo die Proben aufgewahrt werden und ich habe mehrmals die Woche einen kleinen Schluck dieses Weines probiert und ich war so fasziniert von diesem Wein und das hat mich auch nie mehr losgelassen. Von diesem Wein haben wir noch 2 bis 3 Dutzend. Der Wein wird nicht verkauft - er liegt in der Schatzkammer. (lacht)

Was ist Ihre Lieblingstätigkeit im Weingut?

Die Abwechslung macht den Reiz des Berufes aus. Man kann ein Produkt in seinem gesamten Werdegang verfolgen, also von der Neuanpflanzung des Weinberges über den ersten Ertrag in einem Weinberg. Die gesamten 12 Monate eines Jahres sind ungeheuer spannend: Ich liebe es zum Beispiel, die jungen Weine nach der Gärung erstmals zu verkosten, die Weine dann qualitätsoptimiert durch die entsprechende Cuvéetierung auf die Flasche zu bringen und dann natürlich auch die Resonanz aus dem Markt zu erhalten. Es gibt sicherlich kaum einen Beruf, der eine solche Vielseitigkeit hat. Ich bin sicherlich auch in einer sehr privilegierten Situation, da wir durch die Betriebsgröße sehr gute Leute in allen Bereichen haben. Meine Aufgabe ist es, diese Bereiche miteinander zu verknüpfen. Somit bin ich gar nicht auf ein gewisses Gebiet festgelegt, sondern kann mich in allen Gebieten gleichermaßen einbringen und das bedeutet natürlich eine sehr große Vielseitigkeit.

Auf was könnten Sie auch gut verzichten?

Wenn der Stress manchmal zu viel wird, darauf könnte ich leicht verzichten. Positiver Stress ist gut, aber durch die Vielseitigkeit, die der Beruf mit sich bringt und dadurch, dass sich das Rad immer schneller dreht, ist es oftmals die Dynamik, die einem größtenteils sehr viel Spaß macht, die einen aber manchmal auch belasten kann. Um es kurz zu sagen: Der ein oder andere Stress und auch unnötige Stress, den aber einfach das Berufsleben mit sich bringt, darauf könnte ich durchaus verzichten. (lacht)

Wo verbringen Sie die Zeit prozentual, wenn Sie es aufteilen könnten, zwischen Weinbergen, Keller, Büro oder im Markt?

Das ist die Frage: Physisch oder gedanklich/thematisch. Das ist ein großer Unterschied. Also ich bin ja jetzt nicht mehr der Winzer, der im Weinberg den Rebstock selbst schneidet, aber ich bin durchaus der Winzer, der sich überlegt, wie der Rebstock geschnitten werden muss und ich würde sagen, thematisch beschäftige ich mich mit allen Bereichen zu je ¼, d. h. 25% Weinberg, 25% Keller, 25% allgemeine Administration und Organisation und 25% Vertrieb.

Auf welchen Wein sind Sie besonders stolz?

Ich bin sehr stolz darauf, wie sich die Qualität unserer trockenen Weine die letzten 10 Jahre entwickeln konnte. Weingut Robert Weil hat ja erstmal einen sehr hohen Bekanntheitsgrad für seine edelsüßen Weine. Dass wir ununterbrochen seit 20 Jahren in einer Folge alle Qualitätsstufen bis zur Beerenauslese und Trockenbeerenauslese einschließlich Eiswein ernten konnten, haben wir natürlich maßgeblich dem Weinberg zu verdanken, unseren Höhenlagen, unseren drei Berglagen (Gräfenberg, Turmberg und Klosterberg), die sehr, sehr skelettreiche Böden haben, die uns auch die Möglichkeit geben, vom Typ her den Moselwein des Rheingaus zu erzeugen und grandiose edelsüße Weine, fruchtige Weine, tänzerische Weine, die Süße und Säure und alle anderen Inhaltstoffe auf spielerische Art und Weise miteinander verknüpfen, zu erzeugen. Bei den trockenen Weinen, gerade wenn es um die Kraftweine, um die Körperweine ging, konnte man vielleicht früher dem ein oder anderen Wein absprechen, dass er diese endgültige Kraft oder diesen Körper hatte, wobei das für mich alles wieder persönliche Geschmackssache ist. Eines ist aber ganz deutlich festzustellen: Durch die globale Erwärmung sind wir heute in der Lage, auch diesen Weintypus grandios zu erzeugen, also mit Kraft, mit Körpern, Dichte, mit Nachhall, aber bei gleichzeitiger Erhaltung der Attribute des Weines aus nördlichem Terroir, nämlich Finesse, Eleganz, Mineralität und somit hat sich für uns die letzten 10 Jahre auch eine Qualität für trockene Weine herauskristallisiert. Vor 10 Jahren hätten wir nicht gedacht, dass dies möglich ist. Deshalb können wir uns ganz klar als Gewinner der globalen Erwärmung bezeichnen. Je nördlicher und je höher die Weinberge, desto mehr gewinnt der Winzer und je später reifend die Rebsorten, also gerade die spätreifende Sorte Riesling, desto mehr ist man auf der Gewinnerseite. Das sind natürlich alles Aspekte, die durchaus auf den gesamten Rheingau zutreffen, aber ganz besonders natürlich auf die Höhengemeinden und da auch auf Kiedrich.

Bitte vervollständigen Sie folgende Sätze: Der Rheingau ist...

Riesling und Riesling ist Rheingau.

Rheingauer Winzer sind...

Freigeister.

Rheingauer Weine sind...

einmalig in ihrer Art in der Welt.

Was waren aus Ihrer Sicht die positiven Entwicklungen im Rheingau in den letzten Jahren?

Man hat sich rückbesonnen auf die alten Tugenden, d. h. die kompromisslose Qualitätsausrichtung. Man hat natürlich auch erkannt, welche Möglichkeiten uns gegeben sind, auch durch die globale Erwärmung. Wir merken, welchen Stellenwert der Riesling in der Welt wieder hat - gerade im Speziellen der Rheingauer Riesling - und dies sind natürlich alles Motivationsspritzen, um diesen Qualitätsweg weiter zu gehen, um dort wieder anschließen zu können, wo der Rheingauer Wein vor 100 Jahren schon einmal gestanden hat. Das ist noch nicht gesamtheitlich im Rheingau passiert, aber es gibt heute doch schon eine große Zahl von Winzern im Rheingau, die sich diesem neuen Qualitätsdenken angeschlossen haben. Ich hoffe, dass diejenigen, die es vielleicht noch nicht ganz umsetzen konnten, sich die nächsten Jahre ebenfalls anschließen werden.

Konnten Sie auch negative Entwicklungen beobachten?

Man muss feststellen: Dort wo der deutsche Weinbau vor 20 Jahren gestanden hat, da stand auch der Rheingau. Das war eine wirkliche Talsohle und man könnte sehr ketzerisch sagen, dass es nix mehr gab, was rückwärts gehen konnte. (lacht)

Was ist der größte Vorteil, Winzer im Rheingau zu sein?

Größter Vorteil, Winzer hier im Rheingau zu sein, ist natürlich, dass wir 365 Tage hier in einer der schönsten Kulturlandschaften Deutschlands und weltweit leben können. Ich muss aber gleichermaßen sagen, dass man mit dem, was man jeden Tag hat, sehr vorsichtig sein sollte, damit man die Sensibilität dafür nicht verliert. Also in diesem Gefühl, dass es kaum eine schönere Gegend gibt, hier zu leben, zu arbeiten, sich dafür einzubringen, birgt auch das Risiko, dass man die Sensibilität verliert, dies überhaupt noch mit wachen Augen zu erkennen.

Was der größte Nachteil?

Nachteil? Nein, ich wollte an keiner anderen Stelle Winzer sein. (lacht) Ich sage ganz offen, wir sind natürlich auch insofern privilegiert, dass wir den Rheingau in unserer Generation übernehmen konnten, wo er gar nicht so gut dagestanden hat, aber wiederum auch nicht so schlecht dagestanden hat, dass es existenziell bedrohend für uns gewesen wäre. Somit hatten wir natürlich viele gestalterische Möglichkeiten, basierend auf der Tradition nach vorne zu arbeiten. Ich glaube, dass es nicht unbedingt so toll ist für eine Generation, wenn was ganz, ganz oben ist: Das ist eine große Bürde. Wenn etwas Top ist, kann man es eigentlich nur auf dem Niveau halten, man hat überhaupt keine Vision mehr, es weiter zu entwickeln. Wir in unserer Generation, wir haben fast durchaus noch Solides übernehmen können, was auf alle Fälle eine starke Basis hatte aus Tradition, aus den gesamten Rahmenbedingungen, die hier auch von den Weinbergen her gegeben sind, von dem Kulturanspruch - aber wir hatten für uns Möglichkeiten, was zu entwickeln und haben auch noch weitere Möglichkeiten uns zu entwickeln, da wir ja noch ein gutes Stück Weg vor uns haben. Wobei, ich glaube, dass wir das Ziel nie erreichen werden, weil das wäre ja wieder eine Selbstzufriedenheit, die der erste Schritt zurück wäre.

Sie haben gerade erwähnt, dass es eine Bürde ist, ganz oben zu sein. Wie geht ein Weingut Robert Weil mit dieser Bürde um?

Das ist natürlich schon eine Herausforderung, das hatte ich auch vorher schon mal am Rande erwähnt. Das Entscheidende ist, dass man versucht, es jedes Jahr immer noch ein bisschen besser zu machen, weil Selbstzufriedenheit der erste Schritt zurück ist. Im internationalen Umfeld gibt es aber noch deutliche Weiterentwicklungsmöglichkeiten. Im Qualitätsansatz - da will ich jetzt nicht so selbstsicher rüberkommen - gibt es einfach nur noch kleine Möglichkeiten. Aber zu sagen, da haben wir noch riesiges Potenzial, das oder jenes zu verbessern, das sehe ich weniger. Aber man hat stilistisch die Möglichkeit, was zu optimieren. Die weitere Klimaveränderung wird uns natürlich auch noch weitere Chancen geben, aber auch die eine oder andere Herausforderung mit sich bringen, wo wir ja auch gewisse Dinge umstellen werden müssen, weil überall, wo Licht auf dieser Welt auch automatisch Schatten ist. In der Darstellung, in der Anerkennung für das, was getan wird, da ist aber noch erheblich viel Luft, weil der Rheingau heute viele Freunde für sich gewinnen kann. Der Rheingau hat heute ein ganz anderes Standing im Markt als vor 20 Jahren. Trotzdem muss man ganz kritisch feststellen, dass dieses Standing noch sehr weit entfernt ist von den ganz großen klassischen Gebieten Burgund oder Bordeaux und das muss natürlich unser Anspruch sein, den Anschluss wieder zu erreichen.

Vielen Dank für das Gespräch!
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